Sonntag, 24. Mai 2009

Sizilien: La bella città die Noto

Was für ein Urlaubsbeginn: Wir stiegen aus dem Flugzeug und aus dem laut Wetterbericht “leicht bewölkten” Himmel über Sizilien prasselten die Regentropfen nur so auf uns herab. Die Stimmung ließ sich vom grauen Wetter aber nicht trüben, nur ein leiser Galgenhumor machte sich breit. Nachdem wir das Hotel gefunden und unser Zimmer bezogen hatten, machten wir uns auf in die Barockstadt Noto.

Nicht jeder kann sich für eine Kleinstadt begeistern, die außer einem guten Dutzend Kirchen und einigen weiteren Barockbauten nichts zu bieten scheint. Und auch ich war skeptisch, als wir uns zur Besichtigung aufmachten – es roch nach dem typischen touristischen Prachtbautenabklappern. Doch ich wurde überrascht: Dieses Städtchen ist ein wahrer Schatz: klein, hübsch, sympathisch.

Zudem hatten wir das Glück, dass unser Besuch mit dem alljährlich am dritten Maiwochenende stattfindenden Blumenfest (Infiorata) zusammenfiel. Dabei wird eine Gasse, die Via Corrada Nicolaci, mit einem Teppich aus Blüten geschmückt. Die Blumenmosaiken sind beeindruckend, teilweise bilden sie Elemente der benachbarten Kathedrale und anderer Bauwerke der Stadt ab. Eine Parade mit französisch anmutenden Kostümierten zog vom „Teppich“ bis zum Kathedralenvorplatz, wo der „König“ und andere Würdenträger der Historie vorgestellt wurden.
Der eindrucksvolle Besuch der Stadt setzte sich fort in einer Einkehr in die gerühmte Caffetteria Sicilia (an der Hauptstraße), welche sich wider Erwarten nicht als geräumiges Schickeria-Café entpuppte, sondern als eine gemütliche kleine Caffetteria mit sehr netter Bedienung und unfassbar gutem Eis! Jeder von uns verspeiste vier Kugeln – die Coppa Grande (wenn schon, denn schon…) – und konnte aus etwa zwölf Sorten auswählen. Schon cedro, das Zitroneneis, war um Klassen besser als alles, was ich bislang kannte. Aber vor allem die ausgefallenen Sorten verwöhnten unsere Gaumen mit ganz neuen Reizen: Neben dem für die Region besonders typischen mandorla di Noto e cannella (Noto-Mandel und Zimt) zählte das fiore di spezie zu meinen Favoriten, ein Sahneeis mit roter Frucht und verschiedenen Gewürzen wie Zimt und Ingwer. Sehr interessant auch oro (eine Mischung aus Frucht und Vanille) sowie ein Schokoladeneis mit Orangenschalen, das ebenfalls sehr gewürzig schmeckte.

Insgesamt hat mich Noto einfach bezaubert und gezeigt, wie eine Stadt mich ganz einfach bestechen kann: Mit einer guten Atmosphäre, schönen Gassen und Plätzen, freundlichen, nicht zu sehr vom Tourismus beeindruckten Menschen…und natürlich: mit gutem Essen!

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