Gerade geschehen in Teneriffa: Eine Woche hatten wir Zeit, um uns vom grausigen deutschen Winter zu erholen. Eine Woche, in der wir so viele der tausend schönen Seiten der Insel anschauen wollten. Eine Woche, in der ich etwas Abstand vom grauen Arbeitsalltag gewinnen wollte...
Dass eine Woche sehr wenig Zeit für eine Insel wie Teneriffa wäre, hatte ich mir schon gedacht. Einen solchen Reichtum an Sehens- und Sehnenswertem aber hatte ich nicht erwartet, und gerade, als ich innerlich in Begeisterungsstürme ausbrach, schlug meine Pechvögeligkeit zu: Schon auf dem Weg zwischen Flugzeug und Hotel war es mir gelungen, meinen Ausweis zu verlieren! Ist das zu fassen? Ich, die ich sonst immer alle Dokumente schnell wieder an ihrem Platz verstaue, hatte meinen Personalausweis dieses Mal achtlos in die Jackentasche gleiten lassen, aus der er in einem weiteren achtlosen Moment heimlich wieder herausgeglitten sein muss…
Und damit nicht genug: Üblicherweise packe ich immer vorsichtshalber auch auf EU-internen Flügen meinen Reisepass ein, um ein Ersatzdokument dabei zu haben. Diesmal schien mir das nicht nötig – „ist ja nur eine Woche“, dachte ich (Trottel).
Der Urlaub begann also mit verzweifeltem, gemeinschaftlichem Gepäckdurchwühlen, mehreren Besuchen auf der örtlichen Polizeistation (die, als hätte es jemand geplant, nur eine Minute von unserem Hotel entfernt lag) und einem Anruf beim kuriosen telefonischen Ausweisverlustmeldungsservice der spanischen Polizei in Madrid. Letzterer war nötig, da die Maschine (??) zur Aufnahme von Verlustanzeigen defekt war. Ich rief also in Madrid an und diktierte einer mäßig freundlichen Dame meine Daten, welche diese dann wohl auf elektronischem Wege zu den Kollegen in Puerto de la Cruz schickte. Mir gab sie im Gegenzug eine Referenznummer durch, welche mich schließlich dazu berechtigte, (einige Stunden Wartezeit inklusive Dolmetscherdiensten für beraubte deutsche Rentnerurlauber später) vor Ort meine Verlustanzeige aufzugeben. Resultat der Aktion war eine auf Spanisch beschriebene DIN A4-Seiten, derzufolge eine Person, die (ohne sich ausweisen zu können) behauptet, ich zu sein, meinen Personalausweis an einem unbekannten Ort in Puerto de la Cruz verloren hat. Aha.
Nach zwei wunderschönen Urlaubstagen hatten wir die restliche Zeit komplett verplant mit Aktivitäten, die uns allesamt unverzichtbar schienen. Den überwiegenden Teil davon mussten wir letztlich aber streichen, da uns – nacheinander – ein fieses Virus ereilte und mehrere Tage außer Gefecht setzte…ich erwähnte ja bereits: das Schicksal war gegen mich!
Bei so viel Pech innerhalb von acht Tagen dachte ich kurz daran, dass Teneriffa mich vielleicht nicht bei sich haben wollte. Vielleicht aber hatte es mich auf Anhieb so lieb gewonnen, dass es mich unbedingt zum Bleiben (à Ausweisverlust) beziehungsweise zumindest zum Wiederkommen (à Zeitverlust durch Bettlägerigkeit) bewegen wollte.
Letztendlich überwiegen nämlich Neugier und Begeisterung und treiben mich dazu, schon bald einen neuen Ver- und Besuch zu starten. Und letztlich hatten all die Katastrophen doch ihr Gutes: Ich wäre sonst nie und nimmer so untätig in der Sonne liegen geblieben und derart „tiefenerholt“ zurückgekehrt!
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen